Das TANZPROJEKT MÜNCHEN (TPM) wurde 1975
von der Choreographin Birgitta Trommler und der
Tanzdramaturgin und Performerin Angela Dauber
in Schwabing gegründet – und zwar im alten TRAM-
BAHNDEPOT WILHELMSTRASSE 19, auf dem
Gelände, auf dem heute die Bosl-Stiftung beheimatet
ist – und ist seither fester Bestandteil des kulturellen
Lebens dieses Stadtteils. Mit Subventionen der Lan-
deshauptstadt München und Zuschüssen u.a. von
Siemens entwickelte sich hier ein künstlerisches
Zentrum für zeitgenössischen Tanz. In den Studios
des TPM wurden und werden Laien und Kinder im
künstlerischen Tanz unterrichtet, Tänzer und Choreo-
graphen ausgebildet sowie vielfältige Kurse und
Workshops angeboten.



Das TPM als KÜNSTLERISCHE GRUPPE war in allen
Schwabinger Institutionen präsent, hielt Lecture-
Demonstrations an der LUDWIG- MAXIMILIANS-
UNIVERSITÄT und in verschiedenen Münchner
Schulen, trat bei den von der Stadt München
durchgeführten Stadtteilwochen ebenso regel-
mäßig als Veranstalter auf wie bei der SCHWA-
BINGER WOCHE.
Der erste Kurzfilm von Birgitta
Trommler „Out of the Mother Naked“ entstand auf
und für den Platz der MÜNCHENER FREIHEIT und
erhielt des Prädikat „besonderes wertvoll“. 1981
wurde dem TPM für die konsequente künstlerische
und tanzpädagogische Arbeit in München der SCHWA-
BINGER KUNSTPREIS verliehen. Jahrelang brachte
das TPM pro Spielzeit zwei abendfüllende Programme
im THEATER AN DER LEOPOLDSTRASSE heraus und
veranstaltete in den eigenen Räumen im alten TRAM-
BAHNDEPOT kontinuierlich Studio-Abende für junge
Nachwuchschoreographen und Workshops für junge,
professionelle Modern-Dance-Tänzer. Auch die
ARRI-FILMHALLE wurde vom TPM als ungewöhnliche
Stätte entdeckt für Aufführungen und Workshops.

Weitere SPIELORTE waren DIE SCHAU-
BURG/THEATER DER JUGEND und
später der GASTEIG. 1979 wurde das
TPM zum Internationalen Theaterfestival
eingeladen und spielte auf dem Olympia-
gelände im Zelt. 1982 konnte das TANZ-
PROJEKT MÜNCHEN Prof. August Ever-
ding dafür begeistern, ein erstes Inter-
nationales Tanzfestival für Modern Dance
in München in den Räumen der BAYERI-
SCHEN STAATSOPER durchzuführen,
auch das TPM war mit einer Produktion
dazu eingeladen.



Zahlreiche GASTSPIELE führten das TANZ-
PROJEKT MÜNCHEN auch ins In- und Aus-
land. Die Company wurde zu nationalen und
internationalen Tanz- und Theaterfestivals
eingeladen: zum Beispiel nach Den Haag,
New York, Washington, Philadelphia, Florenz,
Zürich, Wien und Berlin. Als das Trambahn-
depot der Bosl-Stiftung übereignet wurde,
verlor das TPM für einige Jahre seine an-
gestammte Heimat in der Maxvorstadt/
Schwabing
, da sich dort zunächst, trotz
intensiver Suche, keine geeigneten Räume
finden ließen. Heute werden im Tanzprojekt
München begeisterte Anfänger und Fortge-
schrittene aus aller Welt von internationalen,
qualifizierten Künstlern unterrichtet.

Die Idee der OFFENEN TANZSCHULE, in der sich
jeder fortbildet, versteht sich als Alternative
zu privaten Ausbildungsschulen. Die Liste
der Teilnehmer aus Film und Fernsehen
reicht von Maximilian Schell, Nastassja Kinski,
Katja von Garnier bis hin zu Patrick Swayze,
Katja Rieman und Karoline Herfurth. 2003
wurde endlich die Rückkehr nach Schwabing
möglich, und die Räume in der Blütenstraße
konnten bezogen werden.
Am Zuspruch und
der Anhänglichkeit der Schwabinger Bevöl-
kerung ist zu erkennen, wie sehr das Tanz-
projekt München zum kulturellen Leben des
Stadtviertels gehört, wie tief seine tanzpäda-
gogische Arbeit in den künstlerischen Aktivi-
täten des Bereichs Maxvorstadt/Schwabing
verwurzelt ist.

 
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